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Presseartikel vom 20.12.2014

Tüftler zwischen Himmel und Erde

Uli Müller konstruiert robusten Allwetterflieger und weiß als Pilot, worauf es ankommt.

Uli Müller mit seinem Oktocopter, der auch dann noch sicher fliegt, wenn ein Rotor ausfällt.                (Bild: Regina Braungart) Spaichingen / sz „Uli, mir sind Startup!“, so fasst sein Mitstreiter in vier Worten eine ganze Geschichte um den Spaichinger Piloten Ulrich Müller zusammen. Eine Geschichte von Tüftlergeist und Wagemut, Eigensinn und Spaß an der Sache und einer guten Portion Optimismus. Das Ziel Müllers: Ferngesteuerte Allwetter-Fluggeräte, die dazu benutzt werden können, Vermisste zu suchen, Medikamente zu Verunglückten zu bringen und vor allem dorthin und unter den Bedingungen, wo ein normaler Hubschrauber kapituliert. Die bisherigen Flugdrohnen können das alles nicht. Der 48-jährige Pilot hat ein bewegtes Leben hinter sich. Immer im Spannungsfeld zwischen Solidität und Verantwortung einerseits und Abenteurer andererseits. Selber Fluggeräte zu konstruieren, das ist sozusagen die fortgeschrittene Phase eines Lebens, das sich irgendwie immer mit Fliegen und fernen Ländern beschäftigt hat. Und von dem man vielleicht irgendwann einmal wird leben können. Müller fliegt Jets jeglicher Art für private Agenturen und befördert Personen. Seine Frau hält ihm zuhause den Rücken frei, wofür er sehr dankbar ist. Wenn das muntere Gespräch über Materialien, Formen, Flugeigenschaften und Batterieleistung seiner Multikopter seine berufliche Tätigkeit streift, wird der sonst sehr mitteilsame Spaichinger plötzlich sehr wortkarg. Denn er ist nicht angestellt, sondern Freiberufler und transportiert von allen möglichen Flughäfen Alpha-Promis, sehr reiche Leute und Geschäftsleute zu allen möglichen Zielen weltweit. „Das ist eine andere Welt“, sagt Müller. Auf den Fotos an den Wänden seiner Werkstatt ist er abgebildet und fast nicht zu erkennen: Uniform, weißes Hemd, Schlips, akkurat frisiert und rasiert. Zuhause ist er locker, freut sich, an der extra für seine Erfindungen angeschafften Fräsmaschine zu werkeln, auch wenn es staubt. Genießt es mit seinen beiden Buben, elf und fünf Jahre alt, zu toben und im Garten zu werkeln. Verschwiegenheit ist in seinem Job eine grundlegende Eigenschaft. „Warum fliegen die Kunden im Privatjet? Weil sie ihre Ruhe haben wollen“ und weil man nicht nachvollziehen können soll, wann wer wo war und ist. Auch aus Sicherheitsgründen. Müller hat die Welt gesehen, erzählt von Städten, deren Namen kaum ein Mensch kennt und die doch 500000 Einwohner beherbergen. So wie Nowokusnezk in Sibirien, wo das beste Hotel am Platze den Luxus von warmem Wasser aufweist – zeitweilig zumindest. Er berichtet von Flugeinsätzen, zwischen Moskau und Neuseeland, wo also minus zwölf bis plus 13 Stunden Zeitverschiebung zu verkraften sind. In Brasilien war er bei der WM mit Kunden. „Ich bin der Chauffeur“, lacht er. Sein Bruder, Mathematiker von Beruf, hat ausgerechnet, dass er, der Pilot, am Ende seines Lebens drei Minuten jünger sein wird, weil die Zeit weiter oben langsamer vergeht. Die Lust am Gegen-den-Strich-Denken scheint in der Familie zu liegen. Sein Lebensweg ist Müller nicht in die Wiege gelegt. Gelernt hat er Elektroinstallateur, hat aber durch den Vater – die Eltern hatten sich bei Bosch kennen gelernt und sind später nach Schwenningen gezogen – die Liebe zur Fliegerei auf dem Klippeneck gelernt. Da war er 14. Als junger Mann ist er dann zur Bundeswehr gegangen, zur Luftwaffe, aber am Boden, hat sein Sprachtalent genutzt, um Italienisch-Übersetzungen in Sizilien zu machen. Und als er dann vor der Frage „Berufssoldat“ stand, zog er die Reißleine: Er stieg aus und finanzierte sich die Ausbildung zum Jetpilot durch spartanisches Leben selbst. Immerhin 80 000 Euro. Danach arbeitet er fest angestellt und schließlich freiberuflich. Seitdem fliegt er durch die ganze Welt, hat ein gutes Auskommen, eine Consultingfirma und seit Neuestem sein Multicopter-„Startup“. „Ich weiß, worauf es ankommt“, sagt Müller und begründet damit seine Gewissheit, seinen Oktokopter mit 22 Kilogramm so weiter zu entwickeln, dass er zum universellen Fluggerät für die besonderen Einsätze wird. Wie sich ein Flieger verhält, wenn er bei Eiseskälte feucht wird, und nicht abstürzt, das kennt Müller aus seinem Beruf als Pilot. Das genaue Wie verrät er natürlich nicht, denn keiner soll ihm die Idee klauen, die er hofft mit einer Hochschule oder einer Firma zur Serienreife zu bringen. Alle rechtlichen Fragen: Aufstiegserlaubnis, Versicherung, Beschränkung des Flugbereichs aus Sicherheitsgründen und alles andere, kennt er im Schlaf. Dass man mit einer Flugdrohne schon jetzt nicht nur kaputte Dächer kontrollieren, sondern auch Vergnügliches beisteuern kann hat Müller jüngst für seine Heimatstadt bewiesen: Die Luftbilder, mit dem das Stadtkapellen-Herbstkonzert verschönert wurden, stammen von ihm. Mehr Informationen zu den Multicoptern von Ulrich Müller unter www.umcd-fluggeraete.de

Lokales 20.12.2014

Regina Braungart

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